info
Grabenweg / Flecken, Rothenburg
Gesamtkonzept
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Testplanungsverfahren auf Einladung
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juriert
Der Ort ist geprägt durch den sorgfältigen und bedachten Umgang mit dem gewachsenen Dorfbild. Die architektonische Integrität des historischen Kerns rund um die Kirche ist spürbar erhalten geblieben. Die geplanten Eingriffe im heute teilweise undefinierten und unbebauten Raum zwischen der bestehenden Häuserzeile entlang der Kantonsstrasse und dem Grabenweg zielen darauf ab, die Morphologie des historischen Dorfkerns weiterzuführen und behutsam zu verdichten. Der Grabenweg übernimmt dabei eine zentrale Rolle als gestalterische Zäsur, welche die verschiedenen Bebauungs- und Aussenraumtypologien voneinander abgrenzt und gleichzeitig die Lesbarkeit und Struktur des Dorfkerns stärkt.
Die Stationsstrasse teilt den Bebauungsperimeter in zwei Segmente. Aufgrund der höheren Frequentierung soll hier ein Ort der Begegnung entstehen, der den sozialen Mittelpunkt des dörflichen Lebens weiter nach Süden zum Gasthaus Bären verlagert. Dementgegen dominieren zwischen den Gebäuden privatere Außenräume, die über gassenartige Zwischenräume der strassenseitigen Häuserzeile erschlossen werden.
Die neuen Gebäude werden nach dem Prinzip der traditionellen Hinterhäuser entwickelt, wie es in der Vergangenheit üblich war. Diese Gebäudeform, die sich nicht direkt an der Strasse, sondern im rückwärtigen Teil eines Grundstücks befindet – oft erschlossen über Höfe, Durchfahrten oder schmale Gänge – trägt zur Differenzierung der baulichen Struktur bei. Diese fördert eine fein abgestufte Verzahnung von öffentlichem und privatem Raum und unterstützt die Ausbildung vielfältiger Wohn- und Freiraumqualitäten innerhalb des gesamten Areals. Die kleinteilige Struktur mit differenzierten Fussabdrücken erlaubt eine hohe Flexibilität in der baulichen Umsetzung, sowie eine Realisierung in Etappen. Eigentumsverhältnisse, Prioritäten und Lebenszyklen können innerhalb der Gesamtkonzeption idealerweise berücksichtigt werden.
Projektdaten
Gemeinde Rothenburg
auf Einladung
2025
extra Landschaftsarchitekten AG, Bern
Philipp Betschart Architektur GmbH, Luzern
Fotos
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf Werner Friedli, 1946 / LBS_H1-008896
Fotografie des Ortskerns, 1915 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern)